Der Tennisarm : Informationen für
Betroffene in verständlicher Form
("Tennisarm": in der Medizin auch Epikondylitis
oder Epicondylitis genannt)
Was versteht man unter einem Tennis-Ellenbogen?
Unter dem Begriff Tennis-Ellenbogen oder auch Epikondylitis
werden Schmerzen zusammengefasst, die an der Außenseite des Ellenbogens
auftreten.
 |
Der Schmerz beim Tennisellenbogen kann
punktuell sein |
 |
Der Schmerz beim Tennisellenbogen kann aber
auch einem Areal im seitlichen Ellenbogenbereich entsprechen.
Solche Schmerzen werden summarisch in der
Medizin als Epikondylitis bezeichnet. |
An dieser Stelle gibt es einen Knochenvorsprung, der in der
Medizin als Epikondylus oder als Epicondylus laterales bezeichnet wird.
Aufgrund dieser anatomischen Gegebenheiten werden Schmerzen in dieser Region als
Epicondylitis bezeichnet.
Nun gibt es am Ellenbogen gut tastbar zwei
Knochenvorsprünge. Was wird nun genau als Epicondylitis bezeichnet?
Es ist völlig richtig: Der Oberarm verbreitet sich im Bereich
des Ellenbogens und bildet einen inneren und einen äußeren Knochenvorsprung, die
man als innerer Epikondylus bzw. als äußerer Epikondylus bezeichnet.
Am äußeren Epikondylus sind Beschwerden ungleich häufiger als am inneren
Epikondylus. Beides mal heißen die Beschwerden Epicondylitis.
 |
Der rote Pfeil zeigt auf den inneren
Epikondylus;
der blaue Pfeil auf den äußeren Epikondylus.
(beide Knochenvorsprünge sind Verdickungen des unteren Endes des
Oberarmknochens)
|
Worin besteht nun der Unterschied zwischen
Tennis-Ellenbogen und Golfer-Ellenbogen?
Die wesentlich häufigere Schmerzlokalisation am äußeren
Epicondylus wird umgangssprachlich als Tennis-Ellenbogen oder Tennisarm
bezeichnet. Die korrekte medizinische Bezeichnung lautet Epicondylitis laterales
oder Epicondylitis radiales. Die Beschwerden am inneren Ellenbogen (genau
genommen am medialen Epicondylus) werden umgangssprachlich auch
Golfer-Ellenbogen, Werfer-Ellenbogen bzw. Epikondylitis mediales genannt.
Bedeutet der Name "Tennis-Ellenbogen" nicht,
dass die Ursache des Tennis-Ellenbogens mit dem Tennis spielen zu tun hat?
Der Name Tennis-Ellenbogen oder Tennisarm hat schon sehr
vielfältig zu Missverständnissen geführt:
Nur bei etwa 5% der an einem Tennis-Ellenbogen leidenden Menschen, lässt sich
als Ursache das Tennisspiel erkennen. Die meisten Betroffenen haben nie im
zeitlichen Zusammenhang mit dem Ausbrechen der Erkrankung einen Tennisschläger
in der Hand gehabt.
Wie kommt dann der Name Tennis-Ellenbogen zustande?
Etwa jeder zweite Tennisspieler leidet im Laufe seiner
sportlichen Karriere einmal an einem Tennisarm. Besonders gefährdet sind hier
jedoch nicht professionelle Spieler, die den Sport von früher Jugend an
trainiert haben, sondern Menschen, die - oft mit falschem Ehrgeiz- das
Tennisspielen zwischen 40 und 50 beginnen. Besonders gefährlich sind hier
Trainingseinheiten, die besondere Schläge - und hier ist besonders die Rückhand
zu nennen- trainieren.
|