Nerventumor (Schwanom, Neurinom) und Nerven-Schmerzen
Ist der Begriff Neurom und Neurinom gleichbedeutend?
Nein. (Auch wenn in den medizinischen Fachbegriffen nur
ein "i" anders ist.)
Das Neurom ist eine Wucherung, die an einen geschädigten Nerv
entsteht, wenn beispielsweise ein Nerv teilweise oder vollständig
durchtrennt wird, dann entsteht zwangsläufig ein Neurom. Das Neurom
ist nichts anderes als auswachsende Nervenfasern, die sich zu einem
Knäuel (Nervenknoten) bündeln.
Das Neurom entsteht also immer nach einem Nervenschaden, gleichgültig ob der Nervenschaden durch ein Messer oder einen äußeren Druck am Nerven entsteht.
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Die Abb. zeigt ein großes Neurinom (Schwanom) an einem Hautnerven
der Hand. Bei Beklopfen des Tumors werden elektrisierende Beschwerden empfunden. |
Neurinome (Schwanome) können überall im Körper vorkommen. Auch Gehirnnerven können befallen werden.
Im Gehirn ist besonders oft der Hörnerv betroffen. Dieser Nerven-Tumor des Hörnerven wird Akustikus-Neuriom genannt
Im Gegensatz hierzu ist ein Neurinom (auch Schwanom genannt) ein
echter Nerven-Tumor.
Ohne äußere Verletzungszeichen am Nerv kommt es zu einer Wucherung
von Zellen im Bereich der Nervenbahnen.
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Die Abb. links zeigt
ein Schwanom (Neurinom) von der Größe einer Haselnuß (Das
Foto entstand währen der operativen Entfernung) Auch dieses Schwanom führte zu elektrisierenden Schmerzen bei Druck auf den Daumenballen. |
Wie muss man sich dies vorstellen?
Das Neurinom oder Schwanom wird gebildet von den Schwan’schen
Zellen. Schwan’schen Zellen haben in einem normalen Nerv die Aufgabe
einer Isolierung.
Man kann sich einen Nerv ganz anschaulich wie ein elektrisches Kabel
vorstellen. Im inneren sind die leitenden Nervenfasern, die auch in
einem Nerv winzige Stromimpulse weiterleiten. Um die die
eigentlichen Nervenbahnen finden sich wie in einem elektrischen
Kabel eine Isolierung. Diese Isolierung wird von Schwan’schen Zellen
gebildet. Bei einem Schwanom (oder Neurinom) wuchern diese Zellen.
Welche Symptome findet man bei einem Schwanom (Neurinom). Das Neurom und auch das Neurinom haben einen ganz charakteristisches Zeichen, dass man in der Medizin Hoffmann Tinel’sches Zeichen nennt.
Beklopft man das Neurom oder die Neuromzone so empfindet der
Betroffene einen elektrisierenden Schmerz. Dieses Symptom ist nahezu
beweisend für ein Neurom oder ein Neurinom (Schwanom).
Im Gegensatz zum Neurom ist in der Vorgeschichte des Neurinoms (Schwanoms)
aber kein Unfall festzustellen.
Ist das Schwanom (Neurinom) ein gutartiger Tumor?
Ganz überwiegend sind Neurinome (Schwanome) gutartig, allerdings ist eine bösartige Entartung bekannt und gefürchtet.
Wie kann man ein gutartiges Neurinom (Schwanom) von einem bösartigen Neurinom (Schwanom) unterscheiden?
Aufgrund der äußeren Untersuchung und selbst bei der Operation
kann man ein gutartiges nicht von einem bösartigen Neurinom
unterscheiden.
Hier ist wie bei jedem entfernten Tumor eine feingewebliche
(histologische) Untersuchung erforderlich.
Was ist im Falle eines Neurinoms (Schwanoms) zu tun?
Solche Tumore sollten entfernt werden.
Führt dies nicht zwangsläufig zu gravierenden Nervenverletzungen?
Nein. Selbst wenn das Schwanom im Nerv liegt, kann durch eine mikrochirurgische Reparation der Nerv ganz überwiegend von dem Schwanom isoliert werden, so dass nur das Schwanom und die Nervenfaser, die dass Schwanom gebildet hat, entfernt wird.
Die Ausfälle nach einer Schwanomentfernung sind meist sehr gering. In Anbetracht der Möglichkeit, dass Schwanome bösartig werden können, ist es sehr ratsam, die Entfernung dieses Tumors recht früh durchzuführen.
